Titel (deu)

Giottus Pictor

Autor

Schwarz, M. (Michael Viktor)

Beschreibung (eng)

This represents the second volume of a three-volume undertaking. Volume I (M.V. Schwarz und P. Theis, Giottos Leben (Giotto´s life), Vienna 2004) critically examined Giotto´s biography and the corpus of his documented works. Volume 2 presents these works in their respective contexts and attempts to gather information about dating and sequence.

It begins with the Arena Chapel, which is Giotto´s most extensive and best documented works. The documentation was still further improved by Michaela Zoeschg´s campaign in the archives and libraries of Padua and Venice. Some aspects of the chapel´s early history now appear in a different light. With regard to the paintings, it is possible to emphasise more strongly than before that they adress the viewer in a decidedly different way. The classic "pictures" (in Hetzer´s sense) are specially cases, whose conception is only gradually developed. The formulation of this thesis is also assisted by new insights into the sequence of work brought about the last restoration of the chapel.

The second part is dedicated to those works which form the prerequisites for the imagery of the Arena Chapel. Connected to this are the decisions to identify the Isaac master with the young Giotto and date the Navicella early (confirming with the sources). On this basis, it can be shown that the early works are united in their origins in contemporary Roman painting with its late Byzantine and classicising components. Their common trait is the striving to maximise the presence of the subjects represented, which are almost deposited into the world of the viewer. Before this background, the pictorialism developed in the Arena Chapel can be recognised as a form of withdrawal: instead of being ever more present in the world of the viewer, the imgage´s subjects receive increasingly perfect pictorial worlds of their own.

The third part responds to the documented fact that Giotto was active in Assisi soon after the conclusion of his work in Padua. It is, however, unclear which of the Giottesque fresco series in S. Francesco can be attributet to this phase. This provides an opportunity to go through the series and show that they reflect different phases of Giotto´s creative life, although - as in the younger pictures of the Francis legends - several layers from Giotto´s oeuvre and reception overlay each other. The Magdalene chapel is connected with Giotto´s visit to Assisi in 1308.

The fourth part is dedicated to the works after the Magdalene chapel up to the Bardi chapel which, in accordance with the early us of S Croce, is dated c. 1318 - 20. It is shown how the pictorial concept changed once again - in that Giotto opened the picture spaces towards the viewer. The Badia frescos and the panels for the Ognissanti church are, among others, attributed to this phase.

The fifth part deals with works after c. 1320. All architectionally framed polyptychs are assigned to this phase (including the Badia Altar, normally dated earlier). They stand in competition with Sienese followers of the Maesta and answer these latter with a design clearly bearing the imprint of cisalpine gothic. This phase of work is marked above all by competition with the Siense. In the Peruzzi chapel, once again, new pictorial concepts are worked on. Extreme openess to the viewer in one fresco (Dance of Salome) stands in contrast to another (awakening of the Drusiana), whose window effect seems to anticipate Alberti.

The concluding chapter attempts to set Giotto´s work in its place within the media-landscape around 1300 and to show where he took and where he gave. The planning of the Campanile is investigated in an appendix: it can, firstly, be shown that the Sienese campanile drawing is close to Giotto´s polytych frames and painted architecture, and thus probably reproduces Giotto´s plan. Secondly, it becomes clear how far the tower, rising further after Giotto´s death with its sculptural programme, contributed to Giotto´s fame. In this way, the last chapter and appendix form the bridge to Volume 3 of the entire work, which deals with "Giotto´s Consequences".

Beschreibung (deu)

Es handelt sich um Band 2 eines dreibändigen Unternehmens. Band 1 (M.V. Schwarz und P. Theis, Giottos Leben, Wien 2004) hat Giottos Biographie und das Corpus der nach den Schriftquellen sicheren Werke kritisch erarbeitet. Diese Werke präsentiert nun Band 2 in ihren jeweiligen Kontexten und versucht Aufschluß über Datierung und Abfolge zu gewinnen. Den Anfang macht die Arena-Kapelle, als das umfangreichste und am besten dokumentierte Werk. Diese Dokumentation konnte durch eine von Michaela Zoeschg durchgeführte Kampagne in Archiven und Bibliotheken von Padua und Venedig noch weiter verbessert werden. Einige Umstände aus der Frühgeschichte der Kapelle erscheinen nun in einem anderen Licht. Bei den Malereien wird stärker als bisher herausgearbeitet, daß sie die Betrachter in dezidiert verschiedener Weise ansprechen. Diese klassischen "Bilder" (im Sinn Hetzers) sind Sonderfälle, deren Konzept erst allmählich entwickelt wird. Diese These kann auch deshalb formuliert werden, weil die letzte Restaurierung der Kapelle neue Einsichten über die Arbeitsabfolge erbrachte. Der zweite Teil ist jenen Werken gewidmet, welche die Voraussetzungen für die Bildlichkeit der Arena-Kapelle schufen. Damit verbunden sind die Entscheidungen, den Isaak-Meister mit dem jungen Giotto gleichzusetzen und die Navicella (quellenkonform) früh zu datieren. Dies vorausgesetzt sind die frühen Werke einheitlich in ihrer Herkunft aus der stadtrömischen Malerei mit ihrer spätbyzantinischen und ihrer antikisierenden Komponente. Ihr gemeinsamer Zug ist das Bemühen um eine höchstmögliche Präsenz der Bildgegenstände, quasi an die Welt der Betrachter angelagert werden. Vor diesem Hintergrund wird die Bildlichkeit, die in der Arena-Kapelle erarbeitet wird, als eine Form von Rücknahme kenntlich: Statt weiterhin in der Welt der Betrachter gegenwärtig zu sein, erhalten die Bildgegenstände immer perfektere eigene Bildwelten. Der dritte Teil reagiert auf den urkundlich belegten Umstand, daß Giotto bald nach Abschluß seiner Paduaner Aufträge in Assisi tätig war. Dabei ist unklar welcher der giottesken Freskenkomplexe in S. Francesco dieser Phase zugeordnet werden kann. Dies gibt Gelegenheit, die Komplexe durchzugehen und zu zeigen, daß sie verschiedene Phasen von Giottos Schaffen reflektieren - so in den jüngeren Bildern der Franzlegende - überlagern sich sogar mehrere Schichten aus dem Giotto-Oeuvre und seiner Rezeption. Mit Giottos Assisi-Aufenthalt von 1308 wird die Magdalenen-Kapelle identifiziert. Der vierte Teil ist den Werken nach der Magdalenen-Kapelle bis zur Bardi-Kapelle gewidmet, die nach der frühen Nutzungsgeschichte von S. Croce auf ca. 1318-20 datiert wird. Es wird gezeigt, wie das Bildkonzept sich neuerlich verändert, indem Giotto die Bildräume zum Betrachter hin öffnet. Dieser Phase werden u.a. die Badia Fresken und die Tafeln für Ognissanti zugeordnet. Der fünfte Teil behandelt die Werke ab ca. 1320. Dieser Phase werden alle architektonisch gerahmten Polyptchen zugewiesen (auch der meist früh datierte Badia-Altar). Sie stehen im Wettbewerb mit den sienesischen Polyptychen in der Nachfolge der Maesta und antworten diesen mit einem stark von cisalpiner Gotik geprägten Entwurf. Überhaupt prägt der Wettbewerb mit den Sienesen diese Werkphase. In der Peruzzi-Kapelle wird nochmals an neuen Bildkonzepten gearbeitet. Extreme Offenheit gegen den Betrachter im einen Fresko (Tanz der Salome) steht gegen einen Fenstereffekt, der auf Albertis Konzept vorauszuweisen scheint, im anderen (Erweckung der Drusiana). Das Schlußkapitel versucht Giottos Werk in die Medienlandschaft der Jahrzehnte um 1300 einzuordnen und zu zeigen, wo er genommen und wo er gegeben hat. In einem Anhang wird dann die Campanile-Planung untersucht. Es kann erstens gezeigt werden, daß der Sienser Campanile-Riß den Polyptychon-Rahmen und gemalten Architekturen Giottos nahesteht und also wohl wirklich Giottos Plan reproduziert. Zweitens wird deutlich, wie viel der nach Giottos Tod weiterwachsende Turm mit seinem Skulpturenprogramm zu Giottos Nachleben beigetragen hat. Insofern schlagen das letzte Kapitel und der Anhang die Brücke zu Band 3 des Gesamtwerks, der "Giottos Nachleben" behandeln wird.

Sprache des Objekts

Deutsch

Datum

2008

Herausgeber

Böhlau

Rechte

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Klassifikation

ÖFOS 2002, Kunstgeschichte